Lancer

Murdoch Lancer, gespielt von dem Urgestein Andrew Duggan, ist Besitzer einer Ranch im südlichen Kalifornien. Als er von einem Outlaw niedergeschossen wird, erholt er sicht nicht mehr so recht von seinen Verletzungen und zerbricht schier daran. Da er aber die Ranch, sein Lebenswerk, nicht aufgeben will, lässt er seine Söhne Scott und Johnny ausfindig machen, die aus zwei früheren Ehen (Lancer ist zweifacher Witwer) entstammen. Scott ist ein Filou und Lebemann, der Bostons Damenwelt mit Charme die sorgfältig frisierten Köpfe verdreht und deren Ehemännern mit Tücke regelmäßig Hörner aufsetzt. Johnny hingegen hat als Johnny Madrid einen zweifelhaften Ruf als Revolvermann erlangt, und Murdochs Detektive müssen ihn buchstäblich vor den Flinten eines mexikanischen Erschießungskommandos wegholen.

 

Ungleicher können die beiden Brüder nicht sein, und gleich bei der ersten Begegnung sind sie sich nicht besonders grün. Aber das ändert sich im Verlauf der Serie. Der gemeinsame Kampf um den Erhalt der Lancer-Ranch schweißt nun mal zusammen, und bald hat die Ranch drei gleichberechtigte Besitzer. Zur Stammbesetzung gehört auch noch der alte Jelly, gespielt von Paul Brinegar, der in zahlreichen Westernserien Nebenrollen hatte, und Murdoch Lancers Ziehtochter Teresa, die Tochter seines ermordeten Verwalters, die von der Debütantin Elizabeth Baur gespielt wird.

In Deutschland schalteten überwiegend weibliche Zuschauer am Sonntag Nachmittag ein, um Johnny und Scott Lancer zu sehen. Scott, gespielt von Wayne Maunder, war durchaus gutaussehend und sympathisch, aber vor allem Johnnys Darsteller James Stacy hatte es der Damenwelt angetan. Leider wurde Stacy nicht lange nach Beendigung der Dreharbeiten Opfer eines tragischen Motorradunfalls, bei dem er einen Arm und ein Bein verlor. Jene Episoden, die wir in Deutschland zu sehen bekamen, waren zudem mit routinierten Synchronsprechern wie Heinz Engelmann oder auch Manfred Seipold bestens besetzt, aber die Sprecher von Jelly wechselten ständig. Das kann einer Serie nicht gut tun.
 

 

Anmerken möchte ich noch, dass die junge Stephanie Powers (Mrs. Hart aus "Hart aber herzlich") in zwei Folgen äußerst überzeugend und humorvoll spielt. Alles in allem ist LANCER eine Westernserie, die man sich durchaus anschauen kann, die aber die Qualität früherer Genrevertreter nicht mehr erreichen kann.

Nach Lancer folgten noch "Der Australien-Express" (Five Mile Creek), eine US-Australische Westernserie in der ARD, und im ZDF "Der Marshal von Cimarron", der wenig überzeugen konnte, sowie "Die Spur des Jim Sonnett", die letzte 25-minütige Westernserie in den Siebzigern.

 

Danach war lange Zeit Schluss mit Westernserien, bis man in den 80er Jahren die "Sacketts", eine Verfilmung der Romane des berühmten Westernautors Louis L'Amour, ins Rennen schickte und mit dieser Mini-Westernserie noch einmal so etwas wie eine Renaissance des TV-Western bewirkte. Bis "Paradise - Ein Mann, ein Colt, vier Kinder" (Guns of Paradise) war es dann aber noch ein sehr weiter Weg, um den Western wieder fernsehfähig zu machen. Diese erfolgreiche Serie lief dann aber nicht mehr in den öffentlich-rechtlichen...

 

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Petra Nagel  ·  Gästebuch ·  Feedback und Nachricht an mich   ·  Forum ·  Impressum · Datenschutz