Mato, der Indianer

05.04.13

Eine frühe TV-Erinnerung von Kaschi

Bilder mit freundlicher Genehmigung von Pidax-Film

 

Mitte der 60er Jahre tobte der Wilde Westen quer durch Deutschland! Ob Lex Barker und Pierre Brice Blutsbrüderschaft schlossen, Adam, Hoss und Little Joe taten, was Ben Cartwright ihnen auf der Ponderosa befahl oder Gitte einen Cowboy zum Mann wollte – alle ritten durch die rollenden Prärien, danach durch die endlose Wüste des Llano Estacado, links ab nach Dodge City und dann rauf in die Rocky Mountains …

Eine Kinderserie aus Frankreich bildete in diesem Boom eine der ganz wenigen Ausnahmen, die  konsequent das Leben der Ureinwohner in den Mittelpunkt setzten: "Mato, der Indianer", im Original "Les indiens".

 

 


Mato


Wany


Mato und Wany

 

Titelheld ist Mato (Alain Emery), ein junger Krieger des Tanka-Stamms, der die  Häuptlingstochter Wany (Rosenda Monteras) heiratet. Matos Freund Paco (Paco Camarero) steht den beiden häufig zur Seite. Wanys Vater Häuptling Tanka (Robert Mottura) muss aber erst von Mato durch eine waghalsige Aktion überzeugt werden.

Die Feinde der Tankas sind die Warapas, die ihnen immer wieder arg zusetzen, allen voran der Häuptling (Jean Sandras, links) und der Krieger Wakomo.

 

"Bleichgesichter" tauchen erst in Folge 11 auf. Anfangs knüpfen die Tankas freundschaftliche Kontakte zu den Neuankömmlingen, insbesondere zu französischstämmigen Einwanderern. Sie nehmen sogar das Barmädchen Caroline ( Catherine Desmarets) in den Stamm auf, weil es sich dort wohler fühlt als in der Goldgräberbar.

Doch deren Besitzer Latimore ( Daniel Martin-Caille, rechts) will Caroline mit aller Gewalt zurückholen. Der Konflikt bahnt sich an.

 

Die Serie ist eine Mischung aus Liebes- und Abenteuergeschichte und bemüht sich darüber hinaus um eine kindgerechte Erzählung indianischen Lebens. Sie verzichtet dabei sogar auf eine Synchronisation der Akteure, die nur wenig, dann aber indianisch sprechen.

Die Handlung wird von einem Erzähler aus dem Off erläutert, und zwar von Hans Paetsch (rechts), besser bekannt als "Märchenonkel" von zahlreichen Hörspielschallplatten.

Ich mochte die Serie sehr. Mato gehörte auch zu meinen Wildwest-Helden - es war aber auch alles dabei, was uns Kinder an den Indianern so faszinierte: Tipis, Anschleichen, Tomahawks, Bowiemesser, Pfeil und Bogen, Lassos, wilde Jagden zu Pferde, Kriegsbemalung, Indianertänze, Medizinmänner, Stammeskriege, Skalpierungen (aber nicht brutal gezeigt), Büffelherden, Fangen und Zureiten wilder Pferde, Lagerfeuer und natürlich ein Häuptling mit prächtigem Federschmuck.  Dazu kam die euphorische und eingängige Titelmelodie - die fand ich klasse!

 


Mato jagt im Galopp ...


... denn er hat den Warapas Pferde geklaut


Häuptling Tanka und Mato

 

Die Wölfe und Bisons durfte man jedoch nicht zu genau betrachten – die tierischen Darsteller aus Europa gaben dennoch genauso ihr Bestes wie ihre menschlichen Kollegen … 

"Mato, der Indianer" zeichnete sich durch ein für heutige Sehgewohnheiten ausgesprochen ruhiges Erzähltempo aus. Das Anschleichen und Belauern der Feinde oder die ausgedehnten Ritte – alles wurde ausführlich gezeigt, erhielt breiten Raum – so konnten Kinder das Gesehene in Ruhe verarbeiten, wurden nicht durch pausenlose Action hin- und hergehetzt.

 

 


Weiße bei den Tankas


Mato schleicht sich an ...


Wany und Latimore

 

Insgesamt entstanden 1964 in Frankreich 26 Episoden, die aber jeweils nur etwa 13 Minuten dauerten. Regie führte Pierre Viallet, der Ehemann von Marie Versini ("Nscho-tschi" in den Winnetou-Filmen). Gedreht wurde in der Camargue. Bei uns lief die Serie in der Kinderstunde am späten Nachmittag in der ARD von 1965 bis 1968, oft in vierzehntägigen Abständen.

Howgh!

Vielen Dank an Kaschi für das Teilen seiner Erinnerungen an eine etwas andere Westernserie!


Im Lager der Tankas

 

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TV-Nostalgie sagt nochmals "Danke" an Kaschi und Pidax-Film für das Material und die Erlaubnis zur Veröffentlichung der Screenshots, die von der DVD-Box stammen. Schaut Euch gerne mal auf der Webseite der Pidax um - hier finden TV-Nostalgiker ein wahres Paradies!
 

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