Abenteuer der Landstrasse

01.06.2020

Die Kult-Truckerserie aus den USA

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Pidax-Film

Erinnerungen von Pete

In der zweiten Hälfte der 1970er Jahre donnerte das "ausgekochte Schlitzohr" Burt Reynolds mit seinem Truck auf der Leinwand über die amerikanischen Highways und löste damit einen Trucker-Hype aus. Es versteht sich von selbst, dass auch das Fernsehen dieser Begeisterung gerecht zu werden versuchte. Das ZDF schickte zur Prime Time den "Cowboy mit 320 PS" (James Brolin) auf die amerikanischen Fernstraßen, und fast zeitgleich zog der Konkurrenzsender ARD im Vorabendprogramm mit einer 13-teiligen Serie nach: Im Juni 1978 erlebten deutsche TV-Zuschauer zusammen mit den Helden der gleichnamigen Serie "Abenteuer der Landstraße".

Erzählt wird die Geschichte von Sonny Pruitt, einem bärbeißigen Ritter der Landstraße (rechts im Bild).

 

 

Sein ganzer Stolz ist ein dunkelgrüner, 300-PS-starker Kenworth-Truck, denn mit ihm ist er selbstständig und unabhängig von den großen Transportunternehmen, die ihm lange Vorschriften gemacht, Überstunden aufgezwungen und ihn schlecht bezahlt haben. Sonny bezeichnet sich selbst als "Gypsy Trucker", als "Vagabund mit Truck". Damit eckt er natürlich bei Vertragsfahrern und Gewerkschaften gleichermaßen an, doch Sonny läuft vor keiner Prügelei davon. Er ist kein studierter Schlaukopf, obwohl er die Highschool besucht hat, sondern ein gestandener Mann von der Straße, der lieber anpackt und die Theorie und den Papierkram anderen überlässt.

Da kommt ihm der ehemalige Rechtsanwalt und Fernfahrer Will Chandler gerade recht, denn der hat Köpfchen und hält Sonny den lästigen  Bürokratie-Kram vom Hals. Wenn’s um Verhandlungen geht und Diplomatie und gewählte Ausdrucksweise vonnöten sind, dann ist Will Chandler der richtige Mann.

 

 

Und so trucken die beiden ungleichen Partner also Woche für Woche quer durch den amerikanischen Kontinent, von Truck Stop zu Truck Stop, immer auf der Suche nach einer neuen einträglichen Ladung. Dabei werden sie in die kuriosesten Geschichten verwickelt, die aber immer auch mit einem Augenzwinkern erzählt werden.

 

Als die erste deutsche Episode an einem Montag im Frühsommer des Jahres 1978 im Vorabendprogramm der ARD zu sehen war, begegnete mir gleich das nur zu gut bekannte Gesicht des eigentlich auf Bösewichter abonnierten Hauptdarstellers Claude Akins.  Man kaufte ihm die Figur des gestandenen Truckers jedoch sofort ab! Claude Akins hatte sichtlichen Spaß am Imagewechsel und an der Rolle des Sonny Pruitt.

Ein neues Gesicht für mich war indes Frank Converse in der Rolle des Will Chandler, der mit seiner schlaksigen Figur, den Schmuddelklamotten, seiner Wuschelfrisur und den langen Koteletten das krasse Gegenteil zu Sonny bildete.

Zwar war die Serie bei weitem nicht so hart wie die Kino-Truckerfilme ("Trucker" oder "Breaker Breaker" boten ja recht derbe Action), doch "Abenteuer der Landstraße" wäre uns wohl versagt geblieben, wenn die Geschichten nicht so augenzwinkernd erzählt worden wären.

 

Selbst dramatische Folgen wie "Der Bergrutsch", in der Sonny und Will zusammen mit einem halben Dutzend Autofahrer auf einer Umleitungsstraße in Lebensgefahr geraten, oder "Waffenschmuggel", in der Sonny und Will unfreiwillig die Behörden bei der Jagd nach Waffenhändlern unterstützen, bieten subtilen Humor und lockere Dialoge.

 

 
Bekannte Gaststars aus "Der Bergrutsch": Jeff Conaway und Lisa Eilbacher, Cameron Mitchell und John Ritter (von links nach rechts).

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