Agentin mit Herz

01.12.13

        Erinnerungen von Pete
(Bilder: Screenshots aus den DVDs, © Warner Bros. Entertainment GmbH)

 

"Agentin mit Herz" gehört zu jenen Serienklassikern, die uns in einer Zeit präsentiert wurden, als meine fernsehintensive Jugendzeit bereits hinter mir lag und mir aus Zeitmangel und wegen anderer Prioritäten, aber auch hin und wieder mangels Interesse, zahlreiche Serien entgingen. Nicht so diese rasante Krimiserie. Seit "Drei Engel für Charlie" war ich ein Fan von Kate Jackson gewesen, und mehr aus Zufall denn wahrem Interesse stolperte ich über den Pilotfilm zu ihrer neuen Serie.

Ein langer, arbeitsreicher Tag war zu Ende gegangen, draußen waberte die sommerliche Hitze und drinnen im Wohnzimmer war es angenehm kühl. Was kam mir da noch besser gelegen als ein erfrischender Drink und jene Frau, die einen so herrlichen Augenaufschlag hatte, dass man ihr beinahe nichts abschlagen konnte?

Diese Erfahrung muss auch Bruce Boxleitner in der Rolle des Geheimagenten Lee Stetson machen, als er auf der Flucht vor mörderischen Häschern einen Kurier für ein äußerst wichtiges Päckchen sucht.

 

 

Sein Weg führt ihn, wie das Drehbuch es will, auf einen überfüllten Bahnsteig des Washingtoner Fernbahnhofs, wo er unversehens der Hausfrau Amanda King in die Quere kommt. Kurzerhand drückt er ihr das Päckchen in die Hand, begleitet von ein paar hastig gemurmelten Instruktionen, und wetzt von dannen. Dumm ist eben nur, dass Lee Stetson, der beste Mann der Washingtoner Geheimdienstabteilung, die falsche Frau als Kurierin ausgesucht hat … denn den Geist, den er rief, wird er so rasch nicht wieder los – und die Kopfschmerzen, die ihm dieser Geist bereitet, auch nicht …

"Agentin mit Herz" ist einer jener zündenden Titel, die damals von den deutschen TV-Sendern gerne vergeben wurden. Im Original heißt die Serie "Scarecrow and Mrs. King" (auf Deutsch: "Vogelscheuche und Mrs. King"). Scarecrow ist nämlich der Codename des Agenten Lee Stetson, der – außer im Titel – ausgesprochen selten in der Serie Verwendung findet.

 

 

Mit dem deutschen Titel wollte das ZDF offenbar den Eindruck erwecken, dass dies eine familientaugliche Serie sei, denn die "Vogelscheuche" hätte vermutlich einige Zuschauer abgeschreckt, und auch wenn ordentlich gestorben, geprügelt und geballert wird und die Schurken oftmals richtig skrupellos und richtig böse sind, bleibt alles doch vergleichsweise harmlos. Zugegeben, gerade dieser deutsche Serientitel war es, der mich damals um ein Haar davon abhielt, die Serie einzuschalten, aber Kate Jackson behielt dann doch die Oberhand und zerstreute meine Zweifel. Ja, und an jenem Abend hatte ich dann ein neues TV-Traumpaar, denn Bruce Boxleitner machte als Lee Stetson mindestens eine ebenso gute Figur wie sein weiblicher Gegenpart.
Auf dem Bildschirm menschelte es ordentlich, bekam der Zuschauer doch die heile amerikanische Familienwelt präsentiert: Mutti ist geschieden, lebt mit ihren Kindern und deren Oma – immerhin - im Eigenheim mit Vorgarten und blumenumrankter Veranda (das erinnerte direkt an die großartigen Familienserien der 60er), und weil man als wahrer amerikanischer Staatsbürger dem Staat niemals auf der Tasche liegt, geht man als Arbeitslose entweder zum Militär (was Amanda King natürlich nicht tut) oder man sucht sich einen Job.

 

 

Und wenn dann ein wohlmeinendes Schicksal den rettenden Engel in Gestalt eines gutaussehenden Geheimagenten schickt, bekommt man, nachdem man den bösen Buben gerade noch mal entkommen und dem Tod von der Schippe gesprungen ist, den heiß ersehnten Job auch gleich noch mitgeliefert – in der Geheimdienstzentrale.

Natürlich wird Amanda King einem anfangs ziemlich genervten Lee Stetson als Partnerin zur Seite gestellt, und um das Maß voll zu machen, entwickelt sich ein humoriges Katz-und-Maus-Spiel, da ja Amandas Mutter nichts von Lee und der Geheimdiensttätigkeit ihrer Tochter mitbekommen darf (sie glaubt, Amanda arbeite für eine internationale Filmproduktion).  Dies führt natürlich zu allerlei haarsträubenden und komischen Situationen, die schon Mitte der 80er Jahre prächtig zu unterhalten wussten.

Die Action kam trotz der in den 1980ern eher zurückhaltenden Produzenten nicht zu kurz, und so wurde "Agentin mit Herz" für mich zum regelmäßigen Fernsehvergnügen.

Ein weiterer, absoluter Höhepunkt für mich war die von Arthur B. Rubinstein komponierte und arrangierte Titelmusik, ein wahrer Ohrwurm – "Agentin mit Herz" ist bis heute eine der ganz wenigen 80er Jahre–Serien geblieben, deren Titelmelodie ich auch nach mehr als 30 Jahren noch im Kopf hatte und summen konnte. Bei der Erstausstrahlung ging mir das Thema tagelang nicht aus dem Sinn.

 

 

Auf Seite 2 geht es weiter mit Petes Erinnerungen und den DVDs zur Serie ...

 

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