Dempsey und Makepeace

01.01.14

Ein Yankee und eine Lady

Erinnerungen von Pete
(Fotos: Screenshots aus den DVDs, ©Koch Media)

Meine "große" Zeit der TV-Serienklassiker war, bedingt durch berufliche und familiäre Veränderungen, schon fast vorbei; gut, es gab einige wenige Serien, die ich als herausragend empfand und die ich unbedingt anschaute, so zum Beispiel "Equalizer – Der Schutzengel von New York" und "V – Die außerirdischen Besucher". Insgesamt war das Serienangebot für mich in jenen Tagen Ende der 1980er Jahre allerdings recht begrenzt, denn viele der ausgestrahlten Produktionen fanden nicht unbedingt mein Gefallen. Umso überraschter war ich in jenen Frühlingstagen, als ich beim Zappen durch die Dritten Programme Ausschnitte einer britischen Krimiserie zu sehen bekam, die man neu ins Programm genommen hatte. "Britisch" ist allerdings nicht ganz richtig, denn es handelte sich um eine kanadisch-britische Co-Produktion, die allerdings in meinem geliebten London spielte. Was mich überraschte, war zum einen die Tatsache, dass ich nach den legendären "Profis" kaum noch damit gerechnet hatte, sehenswerte Fernsehkrimis aus England zu sehen zu bekommen. Ich hatte mehrere Reisen auf die Insel unternommen und dabei auch das dortige TV-Programm ausgiebig genossen und wusste, was dort geboten wurde, doch ich ging davon aus, dass wir in Deutschland jene Serien nie zu sehen bekommen würden.

 

 

Und nun sollte also tatsächlich eine neue Serie aus England auf Sendung gehen.

Zum anderen trafen die Vorankündigungen bzw. die Ausschnitte zielgenau meinen Geschmack – ich war (und bin immer noch) glühender Fan der 80er-Jahre- Actionfilme, und wenn jemand nicht lange fackelte, sondern eine großkalibrige "Wumme" (oder "Zimmer-Flak", wie deutsche Synchronautoren ein Schießeisen damals im Action-Kino bezeichneten) aus der Jacke zog und ohne lange Diskussionen losballerte, war das genau mein Ding. Tja, und so saß ich dann natürlich bei der Premiere der Pilotfolge vor der Flimmerkiste und verfolgte gespannt mit, wie ein amerikanischer Kripobeamter ein paar mächtige Gangster über den großen Teich nach London verfolgte und sogleich begann, die größte Metropole Europas und ihre Unterwelt ordentlich aufzumischen.

 

 

 

Dabei wäre Scotland Yard überhaupt nicht auf die Hilfe eines amerikanischen Kollegen angewiesen, aber die internationalen Beziehungen und Amtshilfeersuchen erfordern nun mal, dass sich die Spezialisten vom Yard mit gewohnt britischer Höflichkeit und Gastfreundlichkeit um den unerwünschten Kollegen aus Amerika kümmern. Dass der aber nicht auf seine 357er Magnum verzichten will und auch noch das Recht für sich in Anspruch nimmt, genauso rüde mit den Londoner Schurken umzuspringen wie er es in Amerika gewohnt ist, schmeckt den Ermittlern Ihrer Majestät ganz und gar nicht. Auch die Hierarchien und Dienstwege sind etwas, mit dem sich Lieutenant James Dempsey nur schwer bzw. gar nicht anfreunden kann. Und so prallen also die Vertreter zweier so ähnlicher und doch so unterschiedlicher Kulturen aufeinander, und in London bedeutet das Unwetter, Blitz, Donner und Hagel, und das alles auf einmal …

In diesem Falle ist es Detective Superintendent Spikings, dem allein schon beim Anblick des "Leftenant", auch verächtlich "Yankee" genannt, der Kamm schwillt.

 

 

Spikings poltert und tobt, dass man befürchten muss, er würde jeden Moment einen Schlaganfall bekommen. Aber alles Weh und Ach nützt nichts – und so muss sich der Einzelgänger Jim Dempsey notgedrungen fügen und eine Partnerin akzeptieren – Detective Sergeant Harriet "Harry" Makepeace ist nicht nur eine Augenweide, sondern für ihn die hochnäsige unterkühlte Engländerin aus Adelskreisen schlechthin, die von dem Amerikaner genauso wenig hält wie ihr Chef und ihm die kalte Schulter zeigt. Allmählich raufen sich die beiden natürlich zusammen und Harry Makepeace muss erkennen, dass der "Yank" durchaus seine Vorzüge hat …

Das erkannte wohl auch die schöne Hauptdarstellerin Glynis Barber, die in Südafrika geboren und aufgewachsen war und sich an die Arbeit für Londoner Produktionsfirmen und in London erst gewöhnen musste. Während der Dreharbeiten verliebten sich Glynis Barber und ihr zweiter Hauptdarsteller, Michael Brandon, ineinander - und wurden ein Paar.

 

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