Ein Engel auf Erden

06.04.13

Wie Little Joe zum Engel wurde ...

Als ich vor einigen Jahren den Bericht über Michael Landon schrieb, erwähnte ich wie selbstverständlich, dass er immer nur mit "Little Joe" assoziiert wird. Ein Blick in mehrere "Kleine-Farm"-Foren belehrte mich eines besseren. Jüngere Zuschauer (und davon gibt’s mittlerweile recht viele, kaum zu glauben, wie alt man sich manchmal vorkommt) kennen "Little Joe" gar nicht, sie haben die legendäre Westernserie "Bonanza" nie gesehen – unglaublich, aber wahr. Ich las Kommentare wie "Ich habe ihn nie als Joe Cartwright gesehen, für mich ist er Charles Ingalls", ein weiterer Kommentar war "Ich kenne ihn nur als Jonathan Smith".

Womit wir bei der dritten großen Serie des Michael Landon wären, einer Serie, wo er die absolute Hauptrolle inne hatte. In "Bonanza" spielte er eine von vier bzw. drei Hauptrollen, als Charles Ingalls war er der Vater der Hauptfigur, und hier hatte er sie endlich, seine Hauptrolle. Jonathan Smith, der in Wirklichkeit gar nicht so hieß – aber nein, Jonathan Smith war kein Agent, obwohl er etwas zu verbergen hatte: er war ein Engel. Ein Engel auf Erden.

Die Serie lief erstmals bei uns 1987, zu einer Zeit also, als ich bereits erwachsen war. Die Erinnerung an diese Serie ist demzufolge um einiges stärker als bei den Klassikern aus den 60ern und 70ern, andererseits ist sie auch nicht so verklärt, weil Erwachsenenaugen nun mal kritischer sehen als Kinderaugen.

 © der Fotos: Paramount/Screenshots aus der DVD

 

 

Der Plot der Serie klang interessant, weshalb ich auch bei der ersten Folge dabei war, eine Doppelfolge in Spielfilmlänge, in der Jonathan Smith und sein späterer Partner Mark Gordon vorgestellt wurden. Mark Gordon, ein Ex-Polizist, der den Glauben an das Glück verloren hat, wurde von Victor French dargestellt, mit dem Michael Landon bereits in "Unsere kleine Farm" zusammen arbeitete.

Ja, worum ging es genau? – Jonathan Smith ist ein Engel in Menschengestalt, der von Gott seine Aufträge erhält, und wo immer es Menschen in Not oder mit großem Kummer gibt, ist Jonathan da und hilft. Natürlich ist sein Wirken auf US-Amerika beschränkt, in Europa halfen wahrscheinlich gerade andere Engel, die jedoch keine eigene Fernsehserie hatten... Gleich in der ersten Folge lernt er Mark Gordon kennen, den Bruder einer Altenpflegerin, einen Ex-Polizisten ohne Job, der nicht nur den Glauben an sich selbst, sondern auch an das Gute und Gott verloren hat. Als er sieht, was Jonathan mit der Hilfe Gottes vollbringen kann (die Rettung eines von der Schließung bedrohten Altenheims und dem seelischen Aufbau der alten Leute), reift in ihm der Wunsch, Jonathan zu helfen und ihn fortan zu begleiten.

Leslie Gordon macht sich Sorgen um ihren Bruder Mark -
Jonathan versucht zu helfen

 

 

Diesen Weg gingen sie gemeinsam 107 Folgen lang. Victor French erkrankte während der Dreharbeiten zur fünften Staffel an Lungenkrebs und starb kurze Zeit später daran. Michael Landon stellte die Serie danach sofort ein. Die Serie lief zunächst im ZDF, später im Privatfernsehen bei RTL, wo man die Serie, für mich aus unerfindlichen Gründen, "Der Engel kehrt zurück" nannte. Im Laufe der Serie erfährt man einiges aus Jonathan Smiths Vergangenheit als Mensch, lernt sogar seine Frau Jane kennen, die nun um 40 Jahre älter ist als ihr verstorbener Ehemann. Jonathan hilft seiner Frau beim Sterben und dem Übergang in das Jenseits und hofft, dass seine Zeit auf der Erde nun endlich auch vorbei ist. Doch er muss noch einmal für 20 Folgen ran. Auch Mark zweifelt einige Folgen an seiner Mission und kehrt Jonathan den Rücken, um dann wieder zu ihm zurückzukehren. Es war durchaus nicht nur Freude und Friede bei den beiden Freunden.

 

Die Serie war ein großer Erfolg, auch bei uns, obwohl sie stark auf das amerikanische Publikum zugeschnitten schien. Da Michael Landon eine sehr treue Fangemeinde hatte, war es auch relativ leicht für ihn, doch es gab auch kritische Stimmen. "Kitsch" sollte es sein, und das was Jonathan Smith als Lebensweisheiten predigte, hohle Sprüche.

Ja, die Serie hatte zweifellos kitschige Anwandlungen, und das in fast jeder Folge. Doch die Thematik ließ eigentlich nichts anderes zu, es war ja keine Comedy. Ein Engel bringt Gestrauchelte wieder auf den rechten Weg oder unglücklichen Mensch das Glück zurück bzw. zeigt auf, wie diese das Glück selbst finden können – auch im kleinen. Wie kann man das zeigen, ohne auch nur andeutungsweise kitschige Aspekte?

 Doch ich gebe zu, auch mir erschien manche Handlung etwas unglaubwürdig, so z. B. in der zweiten Folge, als ein kleiner Junge an Krebs sterben musste. Der Zufall führte Jonathan und Mark mit einem Straßenkind zusammen, das die Mutter des toten Kindes dann bei sich aufnahm. Doch gerade diese Kitschmomente zeigten auf, worum es in dieser Serie wirklich ging: "Tue Gutes, sei nett zu deinen Mitmenschen, glaube an Gott, und dir wird geholfen." Nicht zuletzt deshalb war diese Serie auch so beliebt.

 

 

Michael Landon, ein sehr gläubiger Mensch, schrieb die Serie, nachdem eines seiner Kinder schwer erkrankt und wieder genesen war. Er wollte zeigen, was Gott zu tun in der Lage wäre. Er war Autor, Regisseur und Hauptdarsteller, ein Hauptdarsteller, dem man diese Rolle durchaus abnahm.  

Was mich damals an der Rolle faszinierte, war, dass Jonathan und Mark immer dort, wo ein neuer Auftrag auf sie wartete, sofort aufgenommen wurden, als ob sie alte Freunde wären, niemand wunderte sich, woher sie kamen, und sie konnten jeden Job ausführen, der gerade frei war. Erstaunlicherweise war immer einer frei.

 

Vier Staffeln sind mittlerweile auf DVD erschienen. Für Michael-Landon-Fans ist die Serie natürlich ein absolutes Muss - und über den Link unten direkt bei Amazon (oder bei ) zu bestellen:

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