Elefantenboy

02.12.12

Erinnerungen von Pete
(erstmals veröffentlicht in tvforen, Bilder: Screenshots aus den DVDs)

(Vorspann von Kabel 1, bei der Erstausstrahlung
der ARD hieß die Serie "Elefantenboy")

Ich war 14 Jahre alt, es war Samstag am Vorabend,  die Familie war wieder mal nach einer Woche schwerer Arbeit um den Wohnzimmertisch versammelt, der mit allerlei Leckerein beladen war, und im ersten Fernsehprogramm lief eine Serie, die uns den Alltag im Dschungel näher brachte. Nicht etwa - wie sonst üblich - auf dem schwarzen Kontinent, sondern in Indien. Bis dahin hatte ich Indien nur durch die beiden Filme von Fritz Lang um den "Tiger von Eschnapur" und "Das Indische Grabmal" sowie den Film "Gefahr im Tal der Tiger" (der inoffizielle Pilotfilm zur im ZDF gelaufenen amerikanischen Abenteuerserie "Maya") kennen gelernt, sowie aus diversen Abenteuergeschichten. Den Film "Elefantenboy" mit Sabu in der Titelrolle hatte ich auch gesehen, aber er hatte mir irgendwie gar nicht so gefallen.

Nun saß ich also mit eher gemäßigten Erwartungen auf dem Sofa-Stammplatz rechts außen und konzentrierte mich eher auf die Leckereien vor mir - bis der "Ruf "Kala!" erscholl und eine durchaus eingängige Titelmelodie folgte. Sofort wandte ich meine Aufmerksamkeit dem Fernsehprogramm zu, und als ich dann auch noch den mir aus "John Klings Abenteuer" wohl bekannten Uwe Friedrichsen in der Hauptrolle entdeckte und irgendwie auch an dem Elefantenboy Gefallen fand, war die Serie ins Wochenendpflichtprogramm aufgenommen.

 

Nun konnte ich vor einigen Wochen die beiden Staffeln der Serie  günstig erstehen - und da ich mich überhaupt nicht daran erinnern konnte, mehr als eine Staffel in Jugendjahren gesehen zu haben, führte ich mir die Serie in den vergangenen Tagen zu Gemüte. Jedenfalls setzte bei mir der gewünschte Nostalgieeffekt bei den Episoden "Die gestohlene Kamera" und "Der Ehrenplatz" ein ... An beide konnte ich mich beim Sichten wieder erinnern.

Zunächst muss man feststellen, dass die Serie eine britisch-deutsche-indische Co-Produktion ist und gediegene Familienunterhaltung ohne allzu viel Dramatik oder Nägelbeißerspannung bietet, durchaus aber vor allem durch Naturaufnahmen aus dem indischen Dschungel zu beeindrucken weiß. Hinzu kommen kleine, in 25 Minuten erzählte Geschichten mit etwas Spannung, netten, unkomplizierten Handlungssträngen, wie wir sie von "Skippy" oder "Flipper" kennen, sowie sympathischen Schauspielern vor beeindruckender exotischer Kulisse.

 

 

Verglichen mit heutigen Produktionen ist "Elefantenboy" qualitativ hochwertig genug, dass er jedes zeitgenössische 50-Minuten-Format des deutschen Fernsehens wie beispielsweise "Unser Charlie" oder "Hier kommt Kalle" mühelos auszustechen vermag.

Die Geschichte der Serie ist lose an Rudyard Kiplings Jugendbuch gleichen Titels angelehnt und erzählt vom Alltag des Waisenjungen Toomai und seines kleinen Bruders Ranjid. Beide sind Söhne eines Mahout, eines Elefantenführers, der mit dem Arbeitselefanten Kala Nag allerlei Arbeiten im Dschungel zu erledigen hatte, bis er in einem Buschfeuer umkam. Fortan fristen beide Jungs, unter der Obhut anderer Mahouts, ein karges Dasein im Areal des Nationalparks Namanpur, der nach der Entmachtung der letzten Maharadschas im Dschungel eingerichtet wurde. Beide Jungs fühlen sich für den Elefanten Kala Nag verantwortlich, den sie als ihr Eigentum betrachten - doch das Tier gehört dem Nationalpark. Gleichzeitig betrachtet Kala Nag aber Toomai und seinen Bruder als seine Schützlinge und wacht über sie, so gut er kann.

 

Als das Naturreservat einen neuen Leiter bekommt, ändert sich Toomais Leben schlagartig.

Karl Bergen, ein großer blonder deutscher Umweltschützer, steht in dem Ruf, ein Tyrann zu sein und mit harter Hand durchzugreifen. Der Zufall will es allerdings, dass Toomai dem Tyrannen mit Kalas Hilfe im wahrsten Sinn des Wortes aus einem Schlamassel helfen kann, und so wächst von Anfang an eine Sympathie zwischen dem Deutschen und dem kleinen Mahout, die im Laufe der Zeit dem neuen Revierleiter viel Respekt für die Fähigkeiten des Jungen abverlangt.

 

Zum Team des Reservats gehört auch bald eine britische Tierärztin namens Sue Frazer, die nicht nur äußerst hübsch, sondern auch äußerst kompetent ist und sich in der rauen Männerwelt zu behaupten vermag. Wenn es auch nicht zu deutlich wird, hat Sue doch ein Auge auf Karl Bergen geworfen, und beiden liegt das Wohl Toomais und seines Bruders sowie Kala Nags sehr am Herzen.

Erschwert wird die Arbeit der Umweltschützer allerdings durch Mister Padam, einen entmachteten Maharadscha, der von den umliegenden Dorfbewohnern immer noch als solcher angesehen und geachtet wird. Er lebt in einem Palast, fährt ständig mit einem Rolls Royce durch den Dschungel und versucht dem deutschen Reservatsleiter das Land, das man ihm wegen des Reservats genommen hat, wieder abzuringen. Dabei schreckt er vor keiner Schuftigkeit zurück, um sein Ziel zu erreichen.

 

 

 

Auf der nächsten Seite geht es weiter mit dem Elefantenboy, Gaststars und dem DVD-Tipp zur Serie!

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