Fünf Freunde

07.01.12

 

Bilder: Screenshots aus den DVDs, © moviemax GmbH movies & more

Eigentlich wollte ich diese Serie nie auf meine Seite aufnehmen, weil sie zu den größten Fernsehenttäuschungen meiner Jugend gehört. Aber sie ist nun einmal die beliebteste Verfilmung meiner Lieblingsbuchserie aus Kindertagen: Enid Blytons "Fünf Freunde". Nachdem sich die Rechteinhaber sehr viel Zeit gelassen haben, die Serie freizugeben, gibt es diese seit dem vergangenen Jahr endlich auf DVD - von allen Fans, die es zuhauf gibt und diese Serie aus den späten 70ern als die "einzig wahre", die Original-Serie, bezeichnen, sehnlichst erwartet.

Die "Fünf Freunde" gehören zu meiner Kindheit wie "Hanni und Nanni", "Dolly" (beide ebenfalls von Enid Blyton) oder auch "Bummi" von Martha Schlinkert. Ich habe viele Mädchenbücher gelesen, aber Abenteuer-Krimi-Romane für Kinder wie die "Fünf Freunde" waren mir am liebsten. Wenn dieser Bericht daher ein wenig "buchlastig" ist, möge man mir das verzeihen ...

 

 

Das erste Buch aus der Reihe, das ich las, war, glaube ich "Fünf Freunde beim Wanderzirkus". Julius, Richard, Anne und Georg hießen die Kinder und Timotheus, genannt Tim, der Hund. Ich mochte Richard und Anne am liebsten (ich sprach diese Namen damals natürlich auf deutsch aus, nicht englisch). Julius war mir zu altklug und Georg zu affig ("Ich möchte ein Junge sein" - das konnte ich zwar manchmal nachvollziehen, aber diese Beharrlichkeit über 21 Abenteuer hinweg und etliche Schulferienjahre war mir dann doch etwas zuviel des Guten). Nach und nach kaufte ich von meinem Taschengeld alle 21 Bände der "rauen" Bertelsmann-Bücher-Reihe bzw. ließ sie mir schenken. Die ersten Bände waren die spannendsten, später flachte die Handlung ein wenig ab, kein Wunder, wiederholte sich doch viel, und auch dem Einfallsreichtum einer Enid Blyton waren Grenzen gesetzt. Das hinderte deutsche Lizenznehmer jedoch nicht, die Reihe nach dem Tod von Enid Blyton (1968) fortzusetzen.

 

 

Es gibt etliche neue Bücher und Hörspiele über die Fünf Freunde, die aber - außer den besagten 21 Abenteuern - nichts mehr mit Enid Blyton zu haben. Sie schrieb nur diese 21 Bände. Übrigens war es mit "Hanni und Nanni" und "Dolly" ebenso. Hier gibt es jeweils nur sechs Geschichten über die Internatsschülerinnen, allein von "Dolly" sind aber 18 Bände erschienen, und von "Hanni und Nanni" sogar noch ein paar mehr. Wenn man genau liest und ein Enid-Blyton-Fan ist, merkt man das auch, welche Bücher von ihr sind und welche nicht.

Enid Blyton schrieb über 750 Bücher, sie ist bis heute eine der erfolgreichsten Kinderbuchautorinnen aller Zeiten. In Deutschland waren vor allem ihre Internatsgeschichten sehr beliebt.

Enid Blytons Lieblingsfigur soll  übrigens die "George" aus den "Fünf Freunden gewesen sein.

 

 

Der große Erfolg der Buchreihe um die "Fünf Freunde" ließ natürlich auch das Deutsche Fernsehen nicht kalt, und es wurde die eine oder andere britische Verfilmung ausgestrahlt. Ich erinnere mich sehr gut an einen Film, wo alles meinen Vorstellungen von damals entsprach. Leider weiß ich nicht mehr, ob es sich vielleicht dabei um "Die Sache mit der Schatzinsel" handelte, die auch vor kurzem auf DVD erschienen ist, oder eine andere. Irritierend fand ich jedoch, als ich diese DVD vor kurzem sah, dass Tante Fanny plötzlich "Tante Margaret" hieß. Das wäre mir vermutlich auch damals aufgefallen, denke ich.

Als die Serie angekündigt wurde, war ich erst einmal begeistert, obwohl ich Ende der 70er schon ein wenig zu alt für Kinderserien war, wie ich fand (was man sich als Teenager so zusammen spinnt ...). Allerdings bezweifelte ich auch, wie man die Geschichten, die meiner Meinung nach immer sehr knapp in den Büchern abgehandelt wurden, in 25 Minuten packen konnte.

 

Natürlich konnte man das nicht! Ich war nach den ersten Folgen so enttäuscht, dass ich nicht weiter geguckt habe, und das heißt wirklich etwas - immerhin war ich trotz meines "fortgeschrittenen Alters" ein echter Fan der Geschichten. Bei Wiederholungen in späteren Jahren habe ich hin und wieder mal reingeguckt, aber es war auch nicht annähernd der Zauber zu verspüren, den ich als Zehnjährige beim Lesen eines "Fünf Freunde"-Buchs empfand.

Von daher lief die Serie weitestgehend unbemerkt von mir im ZDF, war aber bei jüngeren Kindern ein Riesenerfolg, vorwiegend wohl bei denjenigen, die niemals die Bücher gelesen hatten. Viele begeisterte Fans bezeichnen diese Serie als ihre Lieblingsserie, mit der sie aufgewachsen sind und als einziges Original, dabei ist sie gerade das nicht. Denn die Kürzung der Geschichten war nicht allein die Wurzel des Übels, die lag woanders.

 

Wo, verrate ich auf der nächsten Seite ...

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