Kein Fall für FBI

09.10.2011

Eine TV-Erinnerung von Pete

Bilder mit freundlicher Genehmigung von Pidax-Film

 

Es war der 15.08.1967, und ich saß am frühen Abend mit meiner Familie mal wieder, wie so oft, im Wohnzimmer vor dem Fernseher und war aufgeregt, denn ich durfte eine Krimiserie sehen. Es kam ja nun in jenen Tagen nicht allzu häufig vor, dass man als achtjähriger Knirps einen Fernsehkrimi anschauen durfte (ihr wisst ja, meine Lehrkräfte hätten sich die Haare gerauft vor Entsetzen), zumal Krimiserien meist im späteren Abendprogramm ihren Sendeplatz hatten. Aber das ZDF hatte eine halbstündige Krimireihe aus den USA ins Vorabendprogramm genommen, und so war Spannung im heimischen Wohnzimmer angesagt – Hochspannung!

Denn was das ZDF da eingekauft hatte, entpuppte sich (aus heutiger Sicht) als eine der besten und spannendsten amerikanischen Krimiserien der 60er Jahre!

 

Die Serie hieß "Kein Fall für FBI", und mit diesem Titel konnte ich als Dreikäsehoch erst mal herzlich wenig anfangen. Dass das ZDF den deutschen Titel der im Original "The Detectives" (auf Deutsch etwa: "Die Kriminalbeamten") benannten Serie damit begründete, dass es Fälle gibt, die für das FBI nicht wichtig genug sind oder für die sich die amerikanische Bundespolizei nicht zuständig fühlt, stand wohl in diversen Fernsehzeitschriften zu lesen, aber die hatten wir damals noch nicht gekauft. Im Übrigen war mir das egal – ein spannendes Fernsehabenteuer wartete auf mich, mit bösen Gangstern, mutigen Polizisten und heißem Blei.

Warum ich mich ganz genau an diese Folge erinnere? Weil ich mit dieser Folge endgültig neben dem Hauptdarsteller Robert Taylor einen weiteren Lieblingshelden der Serie hatte: Detective Lieutenant Otto Lindstrom, und der wurde gespielt von einem einprägsamen Schauspieler mit knittriger Gesichtshaut – Russell Thorson.

 

"Lieutenant Lindstrom lebt gefährlich" hieß die Folge, die an jenem Sommerabend ausgestrahlt wurde, und eben dieser erfahrene Polizeidetektiv steht im Mittelpunkt eines dramatischen Abenteuers. Als ich vor einigen Wochen zahlreiche Episoden der Serie in der englischen Originalfassung zu sehen bekam, erinnerte ich mich sofort an diese für mich so prägnante Folge. Natürlich waren auch alle anderen Episoden dieser Polizeiserie nicht minder spannend und dramatisch, aber weil mir die Figur des Otto Lindstrom so sympathisch war, blieb diese besondere Folge eben irgendwie in meinem Gedächtnis.

"Kein Fall für FBI" handelt von einer Sondereinheit der Kriminalpolizei in einer nicht näher genannten amerikanischen Großstadt. Diese Sondereinheit beschäftigt sich mit der Aufklärung kniffliger Fälle in allen Bereichen der Kriminalität und wurde von Matt Holbrook ins Leben gerufen.

 


Captain Matt Holbrook


Lt. John Russo und Lt. Jim Conway


Lt. Otto Lindstrom

 

Holbrook ist Polizeicaptain und ein ebenso erfahrener wie knochenharter Polizeibeamter, der äußerst selten lächelt und mit seinem Beruf verheiratet ist. Seiner Abteilung hat er drei Spezialisten zugeordnet, von denen jeder für einen bestimmten Bereich zuständig ist. Da wäre zunächst Lieutenant John "Johnny" Russo vom Einbruchsdezernat; Lieutenant Jim Conway, der "Casanova" des Teams, stammt von der Mordkommission, und der Veteran der Gruppe, Lieutenant Otto Lindstrom kommt vom Betrugsdezernat. Später wird Jim Conway von dem noch unerfahrenen Sergeant Chris Ballard abgelöst, der in der bei uns leider nicht mehr gesendeten letzten Staffel der Serie von Sergeant Steve Nelson unterstützt wird.

 

Jede Woche konnten die Zuschauer die spannenden Abenteuer von Captain Matt Holbrook (allein schon dieser Name ließ einem Schauer über den Rücken laufen!) und seinen Kollegen verfolgen, die den Captain und sein Team oft in lebensgefährliche und hochdramatische Ereignisse verwickelten.

Insbesondere Lieutenant Johnny Russo wird öfter zum Spielball brutaler Gangster, und auch seine Familie ist vor Übergriffen brutaler Verbrecher nicht gefeit. Dabei führt Russos heißes italienisches Blut den Lieutenant öfter in Versuchung, sich kopfüber in die Gefahr zu stürzen, doch letztlich ist es der besonnene und überlegene Captain Holbrook, der seinen besten Mann und Stellvertreter im Zaum hält.

 

Matt Holbrook selbst ist ein Mann, der nach dem Tode seiner Frau die Freude am Leben verloren zu haben scheint. Er beißt sich in seinen Fällen fest, raucht viel, trinkt auch mal was und schläft wenig. Hat Holbrook die Fährte aufgenommen, folgt er ihr unbeirrt wie ein Bluthund und schont dabei weder sich selbst noch seine Kollegen. Der Job steht immer an erster Stelle, und Holbrook setzt bedingungslosen Gehorsam und Disziplin seiner Männer voraus. Da bleibt nicht viel Zeit für Scherze oder Feiern. Oft muss Captain Holbrook eingreifen, wenn seine Mannen nicht mehr weiterkommen, und manchmal sieht er sich selbst mitten ins Geschehen involviert. So bleibt auch nicht aus, dass die Verbrecher es manchmal auf ihn abgesehen haben, und in solchen Fällen stellt er sich schon mal als Lockvogel zur Verfügung und riskiert dabei sein Leben. Trotzdem behält er die Ruhe und wirkt dadurch jeder noch so brenzligen Situation gewachsen. Dies wird schließlich auch belohnt, denn das Schicksal lässt ihn die Gerichtsreporterin Lisa Bonay kennen lernen, die sein versteinertes Herz zu erweichen vermag.

 

Auf Seite 2 geht es weiter mit Infos und Petes Erinnerungen an diese Krimiserie der 60er! Dort gibt es auch den DVD-Tipp.

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