Der Kurier der Kaiserin

20.10.13

Die Jugend des Professor Brinkmann ...

... im Österreich der Kaiserzeit

Erinnerungen von Pete
(Fotos: Screenshots aus den DVDs, Koch Media)

"Der Kurier der Kaiserin" gehört zu jenen wenigen klassischen deutschen Fernsehserien, zu denen ich ein ganz besonderes Verhältnis habe. In diesem Falle besteht es darin, dass die Hauptfigur der Serie ein Österreicher ist (gespielt von Klaus-Jürgen Wussow), dass in jeder Episode Schloss Schönbrunn zu sehen ist und die österreichische Schauspielerin Marianne Schönauer sehr charmant die Kaiserin Maria Theresia gibt … Was daran "besonders" sein soll?

Nun, meine Mutter war in Böhmen in der Nähe der österreichischen Grenze aufgewachsen, und während des Krieges nach Österreich geflohen. Dadurch hatte und habe ich eine ganz besondere Affinität zu Österreich und nicht zuletzt auch zu Filmen und Serien, die mit dem Land und seinen Leuten zu tun haben. Zudem beinhaltet die Serie "Der Kurier der Kaiserin" noch eine Besonderheit, die sich mir allerdings erst erschloss, als ich das Interview mit Regisseur Hermann Leitner sah, das als Bonusmaterial auf der DVD-Edition der Serie zu finden ist. Doch dazu später mehr …

 

 

In den 1970er Jahren waren historische Stoffe angesagt. Der Räuberhauptmann "Rinaldo Rinaldini" hatte erfolgreich und in Farbe im Vorabendprogramm der ARD sein Unwesen getrieben, und Samstag nachmittags setzte das Erste dann mit einem mehrteiligen Historienspektakel aus Frankreich nach und tischte dem Zuschauer die atemberaubenden "Abenteuer des Chevalier de Recci" auf, gespielt von Robert Etcheverry, der kurz danach im ZDF als "Arpad der Zigeuner" die Obrigkeit das Fürchten lehren sollte. Doch ehe es soweit war, hatte sich der Konkurrenzsender ZDF eine deutsch-österreichische Historienserie ausgedacht und auch gleich einen Wunschkandidaten für die Rolle des Leutnant von Rotteck auserkoren – der allerdings überhaupt nicht auf die Rolle eines österreichischen Offiziers passen wollte und wohl eine totale Fehlbesetzung gewesen wäre. Um ein Haar wäre die Produktion gescheitert, doch schließlich wich man auf einen jungen Darsteller aus, der auch schon im Kino für Edgar Wallace auf Gangsterjagd gegangen war – Klaus-Jürgen Wussow. Er hatte genau den Charme und Schneid, den die Rolle des österreichischen Leutnants erforderte.

Und worum ging es?

 

 

Wir befinden uns mitten im Siebenjährigen Krieg, irgendwann zwischen 1756 und 1763. Kaiserin Maria Theresia und der Preußenkönig Friedrich II. stritten sich damals um den Besitz Schlesiens, und da der Preuße der charmanten Österreichischen Kaisern dann doch etwas zu forsch auf die Pelle rückte, musste er "abgewatscht" werden, wie man in der Alpenmonarchie so schön zu sagen pflegte. So kam es, dass die Österreicher und die Preußen sich gegenseitig ordentlich auf die Mütze hauten, unterstützt von den Franzosen bzw. den Engländern und Russen. Zwischen den Kriegsschauplätzen, die sich hauptsächlich in Europa verstreut befanden, ritt ein Mann hin und her und brachte Depeschen vom österreichischen Kaiserhof zu den Befehlshabern im Felde – und dieser Mann war Leutnant von Rotteck. Zusammen mit seinem treuen Diener und Knappen Padua, einem Zigeuner (das durfte man damals noch problemlos sagen) galoppiert Leutnant Rotteck also von einem Scharmützel zum nächsten und von dort wieder nach Schloss Schönbrunn, und nach dem Willen der Drehbuchautoren gerät der Kurier ihrer Majestät, der Kaiserin, dabei immer wieder in irgendeinen Schlamassel.

 

 

Ob er sich nun mit einem preußischen Offizier ein Duell auf Leben und Tod wie weiland Don Quichotte liefern muss, oder ob er gegen Wegelagerer kämpfen, holde Maiden aus den Fängen böser Unholde befreien oder Waffenhändlern mit List und Tücke austricksen muss, Leutnant Rotteck fällt immer etwas ein.

Nur in einer Beziehung hat der gutaussehende und obendrein noch charmante Haudegen Pech – die Damen geraten ihm allzu häufig um ein Haar zum Verhängnis, und mehrmals entgeht er nur knapp dem Schicksal, für immer mit einer lieblichen Schönen verbandelt zu werden. Aber selbst der Harem eines türkischen Paschas kann Leutnant Rotteck nicht halten, denn für ihn gibt es nur eine Liebe – seine Kaiserin Maria Theresia und natürlich sein Vaterland …

Auf der nächsten Seite geht es weiter mit Petes Erinnerungen und dem DVD-Tipp zur Serie!

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