Poly in Portugal

28.12.2017

Erinnerungen von Namenskollegin Petra (Mariposa aus dem TV-Nostalgie-Forum)

 

Der überraschende Sieg Portugals beim Eurovision Song Contest sowie die schlimmen Waldbrände Mitte Juni 2017 haben mich daran erinnert, dass dieses Land während meiner frühen Kinderzeit Sehnsuchtsziel Nummer 1 war.

Verantwortlich dafür war die französische Kinderserie "Poly in Portugal".

Anfangs wollte ich lieber draußen spielen, als Fernsehen zu gucken. Meine Mutter bestand darauf, dass ich im Haus blieb. Als ich mitbekam, dass es um ein kleines Pony ging, war ich vom Fernsehbildschirm nicht mehr weg zu bringen. Den weiteren Folgen fieberte ich entgegen.

Sendetermine und Titel der einzelnen Folgen:

25.02.1968: Der geheimnisvolle Fremde

03.03.1968: Das Treffen bei den Windmühlen

10.03.1968: Absender P.M.R.

17.03.1968: Die Polizei greift ein

24.03.1967: Im Versteck

31.03.1968: Schlussgalopp

Die Rollen und ihre Darsteller wurden im Vorspann aufgeführt. Einer der Protagonisten hieß Jean-Marie. Marie als zweiter Vorname für einen Mann erschien mir damals außergewöhnlich. Leider ist es mir nicht gelungen, den richtigen Namen von dem tollen Fischer Faustino in Erfahrung zu bringen. Er trug so schöne karierte Hemden. Fortan schwärmte ich für karierte Hemden.

 

 


Vorspann - Die Rollen und ihre kleinen Darsteller


Vorspann - Die Rollen und ihre großen Darsteller

 

An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Helfern, Helfershelfern und Zeitzeugen bedanken, die es mir ermöglichten, mich intensiv mit den Lieblingsserien meiner Kindheit zu beschäftigen. Ihnen möchte ich diesen Beitrag widmen. Für mich ist es ein Geschenk, alles noch einmal Revue passieren zu lassen und darüber hinaus so manches im Zusammenhang mit Dreharbeiten und Drehorten herausfinden. Jahrzehnte später habe ich fast alle meine Erinnerungen wieder und kann in ihnen schwelgen. Es begann als Hobby … eines unter vielen … und hat sich später dann zu einem festen Bestandteil meines Lebens entwickelt. Genau genommen mehr "Berufung" als mein eigentlicher Beruf.

Gleich zu Beginn der Serie machten die Zuschauer Bekanntschaft mit dem Alltag der Fischer und Bauern in der Gegend von Nazaré. Dabei wurde viel Lokalkolorit gekonnt eingefangen und mit passender Musik hinterlegt.

 

Kaum in Portugal, sorgt Poly für Aufregung ...

 

Die schönen Landschaftsaufnahmen haben nicht nur großes Interesse, sondern auch gleichzeitig eine Art "Fernweh" in mir ausgelöst, das sich bis heute gehalten hat. So habe ich meine erste "Bekanntschaft" mit Korkeichen, Eukalyptus-Bäumen, Schirmpinien und Agaven durch eben diese Serie gemacht.

Die musikalische Untermalung bedarf besonderer Erwähnung. Für "Land-und-Leute"-Szenen gab es spezielle Musik. Wenn sich der Kindertrupp mit Poly an der Spitze in Bewegung setzte, erklang so eine Art “Marschmusik”. Für gefühlvolle Szenen gab es sentimentale Musik, so dass man immer wusste, woran man war. Alles wurde sehr einfühlsam, leicht verständlich und kindgerecht umgesetzt, was vor allem der Autorin Cécile Aubry zu verdanken ist. Sie wirkte aktiv bei den Serien mit. 

Die Geschichte an sich ist schnell erzählt. Es geht es um die Erlebnisse von drei französischen Kindern namens Marianne, Pascal und Richard, die auf der Farm von Therese und Jose Costa ihre Sommerferien verbringen. Das Trio versteht sich nicht so besonders, weil der Neuling Pascal sein kleines Pony nachkommen lässt und mehr Beachtung bekommt als der hübsche Richard, der sich als Stammgast und Chef betrachtet.

 

Das Pferdchen hält seine Freunde auf Trab ...

 

Poly wird mit dem Fischerboot gebracht, mag das Auf und Ab der schaumgekrönten Wellen nicht,  und galoppiert “hopp, hopp” in ein neues spannendes Abenteuer. Gleich nach Ankunft schließt das Pony Freundschaft mit einem einsamen kleinen Blondschopf, der sich in Obhut von Maria, einer jungen Frau befindet. Nichts kann das Pferdchen aufhalten, wenn es seinen neuen Freund besuchen kann. Allerdings sind ihm die Kinder, und vor allem Mariannes Hündin Gitane, bald auf der Spur.

Richard ist ständig schlecht gelaunt. Seine miese Stimmung hat einen Höhepunkt, als seine beiden Kameraden einen entkräfteten Vagabunden mit zur Farm bringen. Es handelt sich dabei um einen jungen Bretonen, der illegal, d. h., ohne Papiere über die Grenze gekommen, ist um seinen kleinen Jungen zu suchen. Richard verpfeift ihn an die Polizei, und der erste Teil endet damit, dass zwei Polizisten das gemeinsame Abendessen stören, um den armen Jean-Marie Kervelen abzuführen. Er nimmt die Kinder beiseite, erzählt seine Geschichte und bittet sie, an seiner statt den kleinen Yvon zu suchen.

Die sommersprossige, selbstbewusste Marianne, die öfters im Eselskarren herum kutschierte, hatte es mir angetan. Von da an war sie nur noch das "PÓLY-Mädchen". Sie trug immer Kleidchen, eines davon mit einem Anker verziert, was mir besonders in Erinnerung geblieben ist. Ich wollte auch so ein Kleid haben und bekam ein Marinekleidchen. Pony Poly hatte eine Decke mit Herzchen drauf. Also wollte auch ich ein Kleid mit Herzchenmuster haben. Es gab aber keinen passenden Stoff, nur Gardinenstoff. So nähte mir meine Mama ein Dirndl aus Gardinenstoff.

 


"Badetag"


Die Kinder helfen einem Fremden


"Poly-Mädchen" Corinne Armand

 

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