Skippy

23.12.15

... das Buschkänguru ...

Erinnerungen von Pete
(Fotos: Screenshots aus den australischen DVDs,
© Norfolk International Films Ltd.)

Ich bin schon des öfteren angeschrieben worden, ob ich nicht etwas über "Skippy" bringen möchte. Ja, natürlich kannte ich das Buschkänguru schon, als man es noch mit "h" am Ende schrieb! Aber so richtige Erinnerungen wie bei Flipper oder Lassie wollten sich nicht einstellen. Daher habe ich immer darauf gewartet, dass jemand anders etwas dazu schreiben möchte - Pete hat sich erbarmt (das ist nicht wörtlich zu nehmen, ich weiß, dass Pete sehr gern Berichte für diese Seite schreibt, wofür ich auch sehr dankbar bin!) ... Beim Durchschauen der Folgen (das Bildmaterial stammt aus den ersten 15 Folgen) habe ich dann auch deutliche Parallelen zu Flipper festgestellt. Erinnerungen kamen aber auch da nicht auf - nur das berühmte Titellied hat sich natürlich eingeprägt! Da ich im nächsten Jahr zum ersten Mal im Leben nach Australien reisen werde, habe ich die Bilder mit besonderem Interesse angesehen - ich bin sicher, auch ich werde bald die Kängurus und Koalas sehen! Und bis dahin gucke ich eben "Skippy" :-) Womit wir bei Petes Erinnerungen an diese Tier- und Kinderserie aus den 60ern sind. Viel Spaß damit!

An einem Sonntag war's, und meinen Erinnerungen zufolge war es wohl ein Sonntag im Frühjahr 1971, denn damals liefen gleich zwei meiner Lieblingsserien, die mich in Kindertagen begleiteten, im Sonntagnachmittags-Programm des deutschen Fernsehens.

Warum ich das so genau weiß? Nun, der Sonntag war zwangsläufig der Tag des manchmal geliebten, oft aber eher ungeliebten "Familienspaziergangs" – denn meist fand dieser just zu jener Zeit statt, wenn im Fernsehen tolle Serien für kleine Zuschauer ausgestrahlt wurden. Okay, bis "Maverick", "Am Fuß der Blauen Berge", oder "Rauchende Colts" und "Bonanza" begann, waren wir meist wieder zuhause, und unterwegs gab es auch Eiscreme, Kuchen, Limo oder sonst was Leckeres, aber das waren dann doch nicht ganz so verlockende Aussichten wie im Fernsehen in abenteuerliche Welten einzutauchen …

 

 

Kurzum, das Mittagessen war vorbei, und mein Vater war gesättigt und gnädigerweise wieder einmal  beim "Magazin der Woche" eingeschlafen, und so begleitete ich dann erst Flipper zu spannenden Abenteuern in die Meeresfluten vor der Küste von Florida, und danach ging's rasch zur ARD, wo eine mir lieb gewonnene Melodie erklang und mich in den australischen Busch entführte …

 

 

Ein kleiner Junge in meinem Alter war auf unserer alten Schwarzweiß-Mattscheibe zu sehen, der auf einem Blatt, das er von einem Busch abgepflückt hatte, einen schrillen Pfiff ausstieß. Sogleich wechselte die Kamera auf ein kleines, herzallerliebstes, schmatzendes Känguru – allein schon dieses exotische Tier machte den Reiz der Serie aus. Alsdann erklang die Melodie, die es später dann sogar in die australischen Charts schaffen sollte, und nach den Klängen des elektrischen Saiteninstruments sang, wie wir das auch von "Flipper" gewöhnt waren, ein Kinderchor den Refrain zu "Skippy, das Buschkänguru".

Und schon war ich gefangen und vergaß alles um mich her, war mittendrin im australischen Wildreservat "Waratah Nationalpark", in dem Skippy mit seinem kleinen Freund Sonny Hammond zahlreiche spaßige, aber auch aufregende Abenteuer erlebte. Gedreht wurde die Serie im Ku-Ring-Gai Nationalpark und dem daran angrenzenden Waratah-Park nördlich von Sydney, wo Skippy auch nach Beendigung der Dreharbeiten in freier Wildbahn weiterhin leben und unzählige Touristen erfreuen durfte.

 


Sonny und Matt Hammond


Sonnys Bruder Mark


Flight Ranger Jerry King

 

Erzählt wird in der Serie die Geschichte der Familie Hammond. Hauptaufseher Matt Hammond, gespielt von dem routinierten Seriendarsteller Ed Devereaux, ist Chef der Forststation im Nationalpark. Er ist Witwer und alleinerziehender Vater eines kleinen Jungen namens Sonny und dessen großem Bruder Mark. Zur Mannschaft gehört außerdem noch der junge "Flight Ranger", Hubschrauberpilot Jerry King, der bei Routineflügen den Nationalpark von der Luft aus beobachtet, aber vor allem auch bei riskanten Such- und Rettungsmissionen mit seinem Hubschrauber eine wertvolle Hilfe ist.

Sonny hat einen besonderen Freund, das kleine Buschkänguru "Skippy", liebevoll "Skip" genannt, das er großgezogen hat und das sozusagen zur Familie gehört. Und Skippy ist oftmals die letzte Hoffnung, denn sie kennt sich im unwegsamen australischen Busch hervorragend aus und findet Wege im undurchdringlichen Gelände, die kein Mensch auf sich allein gestellt finden würde.

 

Außerdem ist das Tier äußerst intelligent und auch nachtaktiv und beobachtet schon mal des Nachts böse Wilderer und andere Schurken bei ihrem verbrecherischen Treiben, was den Rangern bei der Aufklärung der Verbrechen durchaus von Nutzen ist.

Wie bei "Lassie" und "Flipper" und anderen Tierserien übrigens auch, gab es nicht nur eine "Skippy", sondern gleich neun! Und es war natürlich keine einfache Aufgabe, gleich auf neun nicht besonders gut ausgebildete (denn Kängurus kann man nicht trainieren) Buschkängurus, die Hauptdarsteller einer 91-teiligen Fernsehserie, in ihrer natürlichen Umgebung aufzupassen …

 

 

Wie sich Ken James erinnert, der im Alter von 16 Jahren den größeren der beiden Hammond-Brüder, Mark, spielte, mussten die ganzen tollen Aktionen, mit denen Skippy beeindruckte, zusammengeschnitten werden. So waren immer dann, wenn Skippy Knoten löste, Türen öffnete, Piano spielte, Kameras klaute, verhakte Seile löste oder ähnlich imposante Aktionen vollführte, künstliche Kängurupfoten in Nahaufnahme zu sehen, dann ein Schnitt auf Skippy, dann wieder auf die Pfoten, bis die Aktion beendet war und der junge Zuschauer mal wieder verblüfft mitverfolgt hatte, wie schlau dieses Känguru doch war … wo doch zumindest in Australien jedes Kind wusste und weiß, dass Kängurus nicht gerade zu den Intelligenzbestien in der Tierwelt gehören, weswegen sie beispielsweise still mitten auf der Straße sitzen bleiben, wenn Autos herankommen, oder sich bei blinder Flucht auch oft von Klippen stürzen, weil sie gar nicht merken oder sich nicht erinnern, dass an dieser Stelle eine Klippe ist …

 Immerhin war der Rest solides Handwerk, denn Ken James, genau wie Tony Bonner auch, ließ es sich damals nicht nehmen, alle Stunts, die seine Rolle erforderte, selbst und ohne Double auszuführen.

So springt er in einer Folge aus einem fliegenden Helikopter auf eine Ankerleine, die an einem führerlos dahinrasenden Motorboot hängt, und versucht, sich zu dem Boot durchzukämpfen, bevor es mit dem bewusstlosen Sonny und Skippy an Bord am Felsenufer zerschellen und explodieren kann.

 

 

Dann taucht eines Tages das Mädchen Clarissa "Clancy" Merrick auf der Hammond-Farm auf, das von einem Fettnäpfchen ins nächste tappt und sich anfangs etwas schwer tut, sich in dem Männerhaushalt zurechtzufinden. Und schließlich ist da auch noch Dr. Anna Steiner, eine deutsche Biologin (gespielt von der aus Ludwigsburg stammenden Elke Neidhart), die im Nationalpark das Verhalten der Tiere erforschen will und dabei den Rangern mehr als einmal ungewollt in die Quere kommt oder für Aufregung sorgt.

Aber natürlich gehen die halbstündigen Geschichten dieser beeindruckenden und an Originalschauplätzen inszenierten und erstmals auf Farbfilm gedrehten australischen Fernsehproduktion immer gut aus, nicht zuletzt dank Skippy.

Das Titellied zu "Skippy das Buschkänguru" wird in einer der späteren Episoden sogar von einer Band gesungen, die das Lied Skippy widmet. Es gehört zu einem der beliebtesten Fernsehserienlieder aller Zeiten.

 


Clancy


Dr. Steiner


Ein Lied für Skippy

 

Auf Seite 2 geht es weiter mit Skippy und den Hammonds sowie dem DVD-Tipp zur Serie!

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