S.R.I. und die ...

28.09.13

... unheimlichen Fälle

Die Mutter aller Gruselserien ...

Unheimliche Erinnerungen von Pete
(Bilder: Screenshots aus den DVDs, mit Erlaubnis von Pidax Film)

Es war der Sommer des Jahres 1971, ich war gerade mal 12 Jahre alt geworden, und zwei Dinge brachte jener Sommer für mich mit sich: Ich entdeckte die Horrorliteratur in Form von Gruselromanen, die damals erwachsenen Lesern vorbehalten waren und die ich als sehr spannend empfand, und ich entdeckte, dass auch der heimische Fernsehschirm für ordentlich Gänsehaut sorgen konnte – denn in jenem Sommer wurde eine japanische Fernsehserie im Vorabendprogramm des ZDF ausgestrahlt, die für mich bis heute die "Mutter" aller Grusel-, Horror- und Mystery-Serien geblieben ist.

"S.R.I. und die unheimlichen Fälle" hieß die Serie, die allein schon dadurch, dass sie aus Japan kam, einen besonderen, "exotischen" Touch erhielt. Auch der Titel zündete gleich – "Unheimlich" war genau das, was für mich den Reiz unzähliger Sagen und Legenden ausmachte, die ich bis dahin gelesen hatte, und "unheimlich" war auch das, was ich in den Gruselromanen, u. a. von Dan Shocker (alias Jürgen Grasmück, der nach langer Krankheit vor nicht allzu langer Zeit verstarb), gefunden hatte. Also war diese Serie für mich viel versprechend …

 

 

Dumm war nur, dass sie ausgerechnet zur Abendbrotzeit ausgestrahlt wurde und ich sämtliche Register meiner Überredungskunst ziehen musste, um die unheimlichen Fälle miterleben zu dürfen. Nun waren meine Eltern nicht etwa hellhörig geworden und standen auf dem Standpunkt: "Grusel? Unheimlich? Nein, das ist nichts für ein Kind", denn ich durfte ja immerhin auch die den Erwachsenen vorbehaltenen Gruselromane lesen … Nein, für sie war alles, was mit Horror und Grusel zu tun hatte, schlichtweg Unsinn und etwas, das man nicht anschauen musste. Auch später konnten sie Horror-Meisterwerken wie zum Beispiel "Die Stunde, wenn Dracula kommt" von Mario Bava, der an unserem Gymnasium sogar für einen Eklat gesorgt hatte und den ich zu Videozeiten im ZDF Nachtprogramm aufgezeichnet hatte (ja, damals lief er ungeschnitten) und ihnen mit stolzgeschwellter Brust vorstellte, nichts abgewinnen. Und über eine Serie wie "Schaurige Geschichten", die später im Vorabendprogramm der ARD lief, konnten sie nur den Kopf schütteln.

 

 

So hatten sie zwar nichts dagegen, dass ich "S.R.I. und die unheimlichen Fälle" anschaute, doch das gemeinsame Abendessen hatte Vorrang, und es kostete mich viel Mühe, die Serie zu verfolgen. Andere Eltern hingegen waren um das Wohlergehen und die Entwicklung ihrer lieben Kleinen besorgt, nachdem sie mitbekommen hatten, was sich da auf dem Bildschirm abspielte, und zeigten sich entrüstet, was in lautstarkem Protest gegenüber dem ZDF und Fernsehverbot für die Kinder gipfelte.

Dabei war "S.R.I und die unheimlichen Fälle" zwar faszinierend und auch streckenweise unheimlich (wenn ich dabei an Episoden wie "Dianas Pfeile treffen immer" oder "Die weißen Hände von Hai-Ke" denke, so waren diese wirklich "gruselig", zumindest empfand ich das als Kind so), doch hielt sich der pure Schrecken, den besorgte Eltern darin sahen oder sehen wollten, wirklich in Grenzen.

 

Die Jugendmedienwächter hatten allerdings bereits genug Unheil angerichtet und der Keim, den sie in den Köpfen so mancher Eltern gepflanzt hatten, ging auf.

Eigentlich war es ein Glück, dass der Serie nicht das Schicksal beschieden war, gleich wieder aus dem Programm genommen zu werden … So konnte man also die dreizehn in Deutschland gezeigten unheimlichen Fälle des S.R.I. mitverfolgen – sie wurden allerdings seither nie wiederholt.

 

Japanische Filmemacher hatten schon immer ein Faible für Geisterhaftes und gingen dabei auch schon in den 1960er Jahren nicht zimperlich zu Werke. Und so schlug dies auch bei der vorliegenden Fernsehserie zu Buche. Immer dann, wenn die Polizei bei der Aufklärung mysteriöser Verbrechen nicht weiter kommt, ruft man die Spezialisten des S.R.I., einer wissenschaftlichen Spezialabteilung, die sich mit der Aufklärung übersinnlicher Phänomene beschäftigt, zu Hilfe.

Kyoshi Matoya und seine Kollegen Saori, Shiro, Hiroshi und Kyosuke versuchen dabei, den unerklärlichen Vorkommnissen mit wissenschaftlichen Mitteln auf den Grund zu gehen und immer eine rationale Erklärung für die Geschehnisse zu finden.

Was oftmals als Geistererscheinung oder paranormale Phänomene erscheint, entpuppt sich dabei meist als raffiniert ausgeklügeltes Verbrechen.

 

 

Auf Seite 2 geht es weiter mit Petes Erinnerungen und dem DVD-Tipp zur Serie ...

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